Oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen: Lösungen für Stauraum nach GEG
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Wer seinen Dachboden als Lagerraum nutzen will, steht vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits verlangt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine wirksame Dämmung der obersten Geschossdecke. Andererseits muss der Boden belastbar bleiben – für Kisten, Kartons oder gelegentliches Gehen. Wie also die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen? Welche Aufbauten brauchen eine Dampfbremse? Wo lauern typische Fehler? Wir erklären es dir.
Was dich auf dieser Seite erwartet:
- Bin ich gesetzlich dazu verpflichtet, die oberste Geschossdecke zu dämmen, wenn sie begehbar ist?
- Welches Material eignet sich, um die oberste Geschossdecke begehbar zu dämmen?
- Brauche ich eine Dampfbremse, wenn ich die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen will?
- Wie viel Zusatzgewicht kann eine begehbare Holzbalkendecke nach dem Dämmen tragen?
- Gefachdämmung oder Aufdopplung – was ist nötig?
- Gelegentlich begehbar oder voll belastbar: Was ist der Unterschied?
- Was bedeutet die Dämmstoffwahl für den Brandschutz?
Bin ich gesetzlich dazu verpflichtet, die oberste Geschossdecke zu dämmen, wenn sie begehbar ist?
Ja. Sobald unter der Decke beheizte Räume liegen und der Dachboden zugänglich ist, greift die gesetzliche Nachrüstpflicht – unabhängig davon, ob die Fläche begehbar ist oder als Stauraum genutzt wird. Wer also die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen will, muss auch den Wärmeschutz nach GEG vollständig erfüllen.
Was das Gebäudeenergiegesetz konkret verlangt:
- Maximaler U-Wert:
- Oberste Geschossdecken müssen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von ≤ 0,24 W/m²K erreichen.
- Zeitpunkt:
- Die Pflicht gilt dauerhaft seit 2016, nicht nur bei Eigentümerwechsel.
- Ausnahmen:
- Bereits vorhandener Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2.
- Selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser, wenn der Eigentümer vor dem 1. Februar 2002 eingezogen ist.
- Konsequenzen bei Verstoß:
- Ordnungswidrigkeit mit möglichen Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro.
Einordnung für die Praxis:
Eine begehbare Ausführung ersetzt keine Dämmung. Sie erhöht lediglich die technischen Anforderungen an Aufbau, Materialwahl und Feuchteschutz.
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Welches Material eignet sich, um die oberste Geschossdecke begehbar zu dämmen?
Um eine Dachdämmung begehbar zu machen, muss nicht jeder Dämmstoff das Gleiche leisten. Entscheidend ist vielmehr, ob der Dachboden nur gelegentlich betreten oder dauerhaft als Stauraum genutzt werden soll. Somit beeinflusst die Nutzung auch die Materialwahl.
Nutzung 1: gelegentlich begehbar (Wartung, Zugang)
- Ziel: sicherer Tritt, keine dauerhafte Lagerung
- Geeignete Lösungen:
- Weiche Dämmung auf der Fläche
- Druckfeste Dämmplatten nur im Laufbereich
- OSB- oder Gipsfaserplatten als schmaler Wartungsgang
- Vorteil:
- Geringere Kosten
- Weniger Gewicht auf der Decke
- Hohe Dämmleistung bei minimalem Materialeinsatz
Nutzung 2: voll belastbar (Stauraum)
- Ziel: Lagerung von Kisten, Kartons, saisonalem Hausrat
- Erforderlich:
- Flächig druckfeste Dämmung
- Lastverteilende obere Schicht
- Geeignete Materialien:
- Mineralwolle-Platten plus OSB
- EPS-Verbundelemente
- Holzfaser-Systeme bei moderater Belastung
- Voraussetzung:
- Gleichmäßige Lastverteilung
- Berücksichtigung der Tragfähigkeit der Holzbalkendecke
Belastung realistisch einordnen:
- Übliche Holzbalkendecken tragen etwa 150 kg/m²
- Dämmung und Bodenaufbau beanspruchen davon nur einen kleinen Teil
- Kritisch sind schwere Einzelobjekte und Punktlasten
Diese Dämmstoffe eignen sich, um die Dachdämmung begehbar zu machen
- Mineralwolle-Platten mit Holzwerkstoffauflage
- Druckfeste Stein- oder Glaswolle als Dämmkern
- OSB- oder Spanplatten als lastverteilende Deckschicht
- Geeignet, um eine Dachdämmung begehbar zu machen, solange Lasten gleichmäßig verteilt werden
- Dämmstoff nicht brennbar, obere Schicht brennbar
- Häufige Lösung, um eine Holzbalkendecke begehbar zu dämmen
- EPS-Verbundelemente
- Styropor-Dämmplatte mit werkseitig verbundener Spanplatte
- Direkt begehbar, ohne zusätzliche Tragschicht
- Geringes Eigengewicht, einfache Verlegung
- Diffusionsdicht, daher erhöhte Anforderungen an den Feuchtigkeitsschutz
- Geeignet für Stauraum bei kontrollierter Belastung
- Holzfaser-Dämmplatten (massiv)
- Mehrlagig verlegte Holzfaserplatten mit Nut-und-Feder
- Als begehbare Dämmplatten für den Dachboden in begrenzten Lastbereichen
- Diffusionsoffen, feuchteregulierend
- Höheres Eigengewicht, höhere Kosten
- Belastbarkeit begrenzt auf gleichmäßig verteilte Lasten
- Einblasdämmung mit ergänzender Tragkonstruktion
- Zellulose im Hohlraum der Holzbalkendecke
- Begehbarkeit nur über aufgesetzte Laufwege oder Aufdopplung
- Sehr effiziente Dämmung bei geringem Materialeinsatz
- Tragfähigkeit ergibt sich ausschließlich aus dem zusätzlichen Bodenaufbau
Welche Dämmstoffe eignen sich fürs Dämmen der obersten Geschossdecke?
Für die Dämmung der obersten Geschossdecke kommen mehrere Dämmstoffe infrage. Neben dem Dämmwert ist hier außerdem wichtig, wie der Dachboden genutzt wird, ob eine Eigenleistung geplant ist und welche bauphysikalischen Anforderungen erfüllt werden müssen. Das Ziel ist immer dasselbe: ein verlässlicher Wärmeschutz der obersten Geschossdecke.
Mineralwolle (Glas-/ Steinwolle)
- Eigenschaften:
- nicht brennbar
- gute Dämmwirkung bei moderater Aufbauhöhe
- Einsatz:
- lose aufgelegt oder zwischen Balken geklemmt
- geeignet für begehbare und nicht-begehbare Dachböden
- Montage:
- sehr gut DIY-tauglich
- Einordnung:
- häufige Lösung, um die oberste Geschossdecke zu dämmen
- ideal, wenn Kosten und einfache Verarbeitung im Vordergrund stehen
EPS (expandiertes Polystyrol)
- Eigenschaften:
- geringes Gewicht
- formstabil
- Einsatz:
- als Dämmplatten auf tragfähigem Untergrund
- Montage:
- gut DIY-tauglich
- Einordnung:
- sinnvoll, wenn eine einfache, trockene Lösung für den Dachboden gesucht wird
Zellulose (Einblasdämmung)
- Eigenschaften:
- fugenlose Verteilung
- gute Anpassung an unregelmäßige Hohlräume
- Einsatz:
- in Hohlräumen oder auf geschlossenen Decken
- Montage:
- nicht DIY-tauglich, Fachbetrieb erforderlich
- Einordnung:
- geeignet, wenn vorhandene Konstruktionen schwer zugänglich sind
Holzfaserplatten
- Eigenschaften:
- höhere Rohdichte
- diffusionsoffen
- Einsatz:
- auf begehbaren Dachböden oder bei definiertem Aufbau
- Montage:
- teils DIY, teils Fachbetrieb
- Einordnung:
- Option bei erhöhten Anforderungen an Aufbau und Nutzung
Brauche ich eine Dampfbremse, wenn ich die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen will?
Das hängt von der Art der Decke und der obersten Schicht ab. Wenn du die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar machen willst und oben eine relativ dichte Platte aufliegt, kann warme Raumluft in die Dämmung gelangen und dort durch die dichte Abdeckung ausgebremst werden.
Betondecke: Wann ist eine Dampfbremse überflüssig?
Eine Betondecke gilt als weitgehend luft- und diffusionsdicht. Feuchtigkeit aus dem Wohnraum darunter wandert nicht in dem Maß nach oben, wie es bei Holzaufbauten möglich ist. Darum ist bei der begehbaren Dämmung auf Beton in der Regel keine zusätzliche Dampfbremse nötig.
Typischer Schichtaufbau auf Beton (begehbar, Stauraum)
- Untergrund
- Betondecke reinigen, lose Teile entfernen
- Fugen und Durchdringungen abdichten (Kamin, Rohre)
- Dämmung
- druckfeste Dämmplatten direkt auflegen
- optional zweilagig, kreuzweise, um Fugen zu überdecken
- Begehbare Deckschicht
- OSB/Spanplatte schwimmend verlegen oder
- Trockenestrich-Elemente nach Herstellerangaben
Holzbalkendecke: Wann ist eine Dampfbremse Pflicht?
Eine Holzbalkendecke ist diffusionsoffen. Warme, feuchte Luft aus den beheizten Räumen kann nach oben steigen. Wenn darüber eine dichte Schicht liegt, staut sich Feuchtigkeit in der Dämmung. Das Risiko ist besonders hoch, wenn du eine Holzbalkendecke dämmen und begehbar machen willst und dafür OSB, Spanplatte oder ein anderes relativ dichtes System nutzt. Dann gehört eine luftdicht verklebte Dampfbremse direkt auf den Bestand, bevor Dämmung und Platten folgen.
Typischer Schichtaufbau auf Holz (begehbar, Stauraum)
- Vorbereitung
- Dielen/Bestand reinigen
- Ritzen schließen, damit keine warme Luft in die Konstruktion strömt
- Dampfbremse (luftdicht)
- Folie auf dem Bestand verlegen
- Stöße überlappend, luftdicht verkleben
- an Wänden hochführen und anschließen
- Dämmung
- druckfeste Dämmplatten auflegen
- ideal zweilagig, kreuzweise
- Begehbare Deckschicht
- OSB/Spanplatte (Nut und Feder) oder
- Trockenestrich (Gipsfaser) für Brandschutz
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Wie viel Zusatzgewicht kann eine begehbare Holzbalkendecke nach dem Dämmen tragen?
Bevor du die oberste Geschossdecke dämmen lässt und begehbar machst, muss dir die Tragfähigkeit des Aufbaus klar sein. Viele Holzbalkendecken im Bestand sind auf etwa 150 Kilogramm pro Quadratmeter tragfähige Zusatzlast ausgelegt.
- Wichtig: Diese 150 kg/m² beschreiben die zulässige Verkehrslast einer Wohnraumdecke. Das Eigengewicht des bestehenden Aufbaus ist darin bereits enthalten. Dämmung, Deckschicht und Lagergut zählen gemeinsam zu dieser Nutzlast.
Das zusätzliche Gewicht durch einen neuen Aufbau bleibt hingegen überschaubar:
- Dämmstoff (15–20 cm, je nach Material)
- nur wenige Kilogramm pro Quadratmeter
- Deckschicht
- OSB etwa 15 kg/m²
- Gipsfaser darüber
Selbst wenn man die Holzbalkendecke dämmen und begehbar machen will, bleibt der zusätzliche Aufbau meist unter 25 kg/m². Diese Last reduziert die verbleibende Reserve für späteres Lagergut.
Kritisch ist also nicht die Dämmung, sondern das Lagergut. Wird eine Holzbalkendecke gedämmt und begehbar genutzt, entstehen Probleme vor allem durch punktuelle Lasten – etwa schwere Bücherkisten oder Geräte.
Zusätzlich wichtig sind
- Spannweite
- Balkenquerschnitt
- Zustand des Aufbaus
- Große Spannweiten erhöhen die Durchbiegung unter Last.
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Gefachdämmung oder Aufdopplung – was ist nötig?
Wer die Holzbalkendecke dämmen und begehbar nutzen möchte, muss zuerst prüfen, wie viel Platz zwischen den Balken vorhanden ist. Die Gefachhöhe entscheidet, ob der geforderte Wärmeschutz allein dort erreichbar ist. Zusätzlich ist zu klären, ob der geplante Aufbau statisch vertretbar ist, da jede Aufdopplung das Eigengewicht des Aufbaus erhöht und die verbleibende Nutzlast reduziert.
Schritt 1: Gefach bewerten
- Höhe messen
- Dämmstoff mit passender Wärmeleitgruppe wählen
- U-Wert rechnerisch prüfen
Liegt die Gefachhöhe zum Beispiel bei 12 cm und wird Zellulose mit WLG 040 eingeblasen, entsteht ein U-Wert von etwa 0,32 W/m²K. Der gesetzlich geforderte Grenzwert von ≤ 0,24 W/m²K wird damit nicht erreicht. In diesem Fall reicht die Dämmung zwischen den Balken allein nicht aus, um die Anforderungen der GEG zu erfüllen.
Schritt 2: Dämmstärke ergänzen
- Aufdopplung oberhalb der Balken
- zusätzliche Dämmlage quer verlegt
- lastverteilende Schicht für Dämmplatten auf dem begehbaren Dachboden
Wichtig:
- Die Aufdopplung erhöht die Aufbauhöhe und ermöglicht eine zweite Dämmlage, um den U-Wert von ≤ 0,24 W/m²K sicher zu erreichen.
- Bei älteren Holzbalkendecken ist statisch zu berücksichtigen, dass mehr Material auch mehr Eigengewicht bedeutet.
- Eine Gefachdämmung reicht nur, wenn die vorhandene Höhe rechnerisch genügt. In vielen Bestandsdecken ist sie zu gering.
Soll die Holzbalkendecke gedämmt und begehbar voll als Stauraum genutzt werden, führt in der Praxis kaum ein Weg an der Kombination aus Gefachdämmung und Aufdopplung vorbei.
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Gelegentlich begehbar oder voll belastbar: Was ist der Unterschied?
Wer die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar als Stauraum nutzen möchte, muss zwischen „gelegentlich begehbar“ und „voll belastbar“ unterscheiden.
Gelegentlich begehbar (Wartung)
- Wärmeschutz flächig mit weicher Dämmung
- Druckfeste Dämmplatten für den begehbaren Dachboden nur im Laufbereich
- Lastverteilende Schicht ausschließlich entlang definierter Wege
- Geringere Materialmenge
- Niedrigere Kosten einer begehbaren Geschossdeckendämmung
Geeignet für: Zugang zu Schornstein oder Technik.
Voll belastbar (Stauraum)
- Flächig druckfeste Dämmplatten auf dem begehbaren Dachboden
- Durchgehende Lastverteilung
- Ausgelegt für Kartons, Textilien, saisonalen Hausrat
Erforderlich für diejenigen, die ihre Dachdämmung begehbar machen wollen
Was bedeutet die Dämmstoffwahl für den Brandschutz?
Wer die oberste Geschossdecke dämmen und begehbar als Stauraum nutzen möchte, erhöht automatisch die Brandgefahr im Dachraum. Kartons, Papier und Textilien sind brennbar. Je größer die zusammenhängende Lagerfläche, desto höher ist die Brandgefahr im Dachraum. Hier kommt es jetzt darauf an, wie Dämmstoff und Aufbau reagieren.
Brennverhalten der Dämmstoffe
- Mineralwolle: nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
- EPS (Styropor): brennbar (B1, schwer entflammbar)
- Holzfaser: brennbar
- OSB- und Spanplatten: brennbar
- Wichtig zu beachten:
- Voll belastbar: Durchgehende Holzwerkstoffplatten bilden eine größere zusammenhängende brennbare Fläche und setzen im Brandfall zusätzliche Energie frei.
- Gelegentlich begehbar: Ein Wartungsgang reduziert die brennbare Oberfläche, weil große Flächen offen gedämmt bleiben.
- Nicht brennbare Dämmstoffe leiten auch kein Feuer weiter. Wird die Holzbalkendecke gedämmt und begehbar voll als Stauraum genutzt, ist ein nicht brennbarer Dämmstoff im Gefach technisch sinnvoll.
Bauliche Maßnahmen
- Brennbare Dämmstoffe vollständig mit Platten abdecken
- Im Bereich von Schornsteinen ausschließlich nicht brennbare Dämmung einsetzen
- Mindestabstände zu heißen Bauteilen einhalten
- Keine offenen Installationen in direktem Kontakt mit Dämmstoffen
Weitere Tipps:
- Bei dauerhaftem Stauraum ist Gipsfaser als lastverteilende Deckschicht gegenüber OSB brandschutztechnisch günstiger.
- Elektrische Leitungen müssen in Rohren geführt werden, um Dämmstoffe vor Überhitzung zu schützen.
- Wer eine Dachdämmung begehbar machen und als Lagerfläche nutzen will, bestimmt mit Dämmstoffklasse und Abdeckung das Brandverhalten des Aufbaus.

Sencan Safak
Leitender Dämmtechniker
Sencan ist seit Mitte 2023 als Handwerksmeister für Einblasdämmung und leitender Dämmtechniker bei VARM beschäftigt. Durch seine Expertise und Erfahrung als Installateur kennt er sich bestens mit den Voraussetzungen und Durchführungsschritten unserer Dämmprojekte aus.
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