Alles, was Hausbesitzer über die Kerndämmung wissen müssen
Wir finden die passende Lösung und führen Sie mit eigenen Handwerkern aus.

Bei einem Haus mit zweischaligem Mauerwerk liegen zwei Mauerschalen hintereinander: innen die tragende Wand, außen die Vormauerschale aus Klinker oder Verblendmauerwerk. Dazwischen befindet sich eine Luftschicht. Diesen Hohlraum füllt eine Kerndämmung vollständig aus. Dafür wird durch kleine Bohrlöcher Dämmstoff mithilfe einer Einblasdämmung in die Fassade eingebracht. Der Hohlraum wird zur Dämmschicht, während Klinker und Fassadenbild unverändert bleiben.
- Umsetzung ohne Gerüst und große Baustelle möglich
- Reduziert Wärmeverluste der Fassade um rund 70 %
- Amortisation der Kerndämmung häufig nach 4–8 Jahren
- Fertig in 1–2 Tagen statt mehreren Wochen
Was dich auf dieser Seite erwartet:
Wann ist eine Kerndämmung an meinem Haus möglich?
Welche Materialien der Kerndämmung passen zu welchem Wandaufbau?
Was wird mich eine Kerndämmung kosten?
Wie reagiert eine Kerndämmung auf Schlagregen im zweischaligen Mauerwerk?
Kann sich die Kerndämmung später absenken?
Was passiert mit der Kerndämmung beim späteren Rückbau eines Hauses?
Wann ist eine Kerndämmung an meinem Haus möglich?
Eine Kerndämmung kommt infrage, wenn die Hausfassade als zweischaliges Mauerwerk aufgebaut ist. Das betrifft besonders häufig Immobilien mit Baujahr 1890–1970. Ein erster Hinweis ist die Wandstärke. Relevant sind hierbei 30–36 cm oder 43–48 cm. Zur ersten Einordnung lässt sich daher die Mauerdicke an Fenstern oder Türen messen. Wesentlich wichtiger ist allerdings der Hohlraum zwischen den Mauerschalen.
- Technische Untergrenze: 2,5–3 cm
- Ideale Hohlraumbreite: ab 4 cm
- Der Hohlraum muss frei von Schutt, Mörtelresten und anderen Hindernissen sein
- Mörtelbrücken verbinden beide Schalen und erzeugen Wärmebrücken
Auch der Zustand der Fassade muss stimmen:
- Die Außenschale muss intakt sein
- Größere Risse und Schäden müssen vor der Sanierung behoben werden
- Vor Beginn muss feststehen, dass keine Durchfeuchtung vorliegt
Ob die Voraussetzungen einer Einblasdämmung für die Fassade erfüllt sind, klärt nur eine Endoskopie. Fachbetriebe führen dafür eine Kamera durch kleine Bohrungen in den Hohlraum ein und prüfen Breite und Zustand des Mauerwerks.
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Welche Materialien der Kerndämmung passen zu welchem Wandaufbau?
Materialien für eine Kerndämmung erfüllen zwar nicht alle dieselbe Aufgabe, müssen aber wasserabweisend sein, wenn sie mithilfe der Einblasdämmung in die Fassade eingebracht werden wollen. Holzfasern und Zellulose sind daher nicht zulässig. Im Materialvergleich 2026 stehen stattdessen diese vier Dämmstoffe im Vordergrund:
- EPS-Granulat
- Wasserabweisend, rieselfähig
- Wärmeleitfähigkeit ca. 0,033 W/(m·K)
- Das Material dringt auch in schmale Hohlräume und verwinkelte Ecken vor.
- Kostenpunkt (inkl. Montage): 25–45 €
- Steinwolle-Flocken
- Mineralisch, nicht brennbar
- Wärmeleitfähigkeit 0,035–0,040 W/(m·K)
- Steinwolle wird unter Druck eingeblasen, verhakt sich im Hohlraum und bietet den besten Brand- und Schallschutz.
- Kostenpunkt (inkl. Montage): 30–55 €
- Perlite
- Rein mineralisch, langlebig und ökologisch unbedenklich
- Wärmeleitfähigkeit 0,040–0,045 W/(m·K)
- Kostenpunkt (inkl. Montage): 45–75 €
- Aerogel-Granulat
- High-End-Dämmstoff auf Silikatbasis
- Wärmeleitfähigkeit 0,016–0,020 W/(m·K)
- Aerogel ist für sehr schmale Hohlräume gedacht, wenn hohe Dämmwerte erreicht werden müssen.
- Kostenpunkt (inkl. Montage): 150–250 €
Für die Auswahl gilt:
- Preis im Fokus: EPS-Granulat
- Brandschutz im Fokus: Steinwolle-Flocken
- Mineralischer Dämmstoff im Fokus: Perlite
- Sehr schmale Fuge im Fokus: Aerogel-Granulat
Mehr über Dämmstoffe erfahren
Was wird mich eine Kerndämmung kosten?
Die Kosten einer Kerndämmung liegen zwischen 25 und 55 € pro Quadratmeter. Damit gehört die Einblasdämmung der Fassade zu den günstigen Dämmmaßnahmen, um eine Außenwand energetisch zu verbessern. Im Vergleich: Eine Außendämmung mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) kostet 120–220 € pro Quadratmeter.
Für ein Haus mit 150 m² Fassade aus zweischaligem Mauerwerk ergibt sich folgende Größenordnung:
- Kerndämmung: 4.500–7.500 € brutto
- WDVS: 25.000–45.000 € brutto
Mit einer BEG-Förderung von 20 % reduziert sich die Investition:
- Förderung für eine Kerndämmung: 900–1.500 €
- Förderung für ein WDVS: 5.000–9.000 €
Der Eigenanteil liegt damit bei:
- Kerndämmung: 3.600–6.000 €
- WDVS: 20.000–36.000 €
Auch bei den laufenden Kosten zahlt sich eine Einblasdämmung der Fassade aus. So kann zum Beispiel eine Kerndämmung im Altbau die Heizkosten um 800–1.100 € pro Jahr reduzieren. Ein WDVS erreicht 1.200–1.600 € jährlich.
Die Investition amortisiert sich entsprechend unterschiedlich:
- Kerndämmung: etwa 4–8 Jahre
- WDVS: etwa 16–22 Jahre
Kosten für eine Kerndämmung kalkulieren
Wie reagiert eine Kerndämmung auf Schlagregen im zweischaligen Mauerwerk?
Bei einer Fassade aus zweischaligem Mauerwerk trifft Regen zuerst auf die Vormauerschale aus Klinker oder Backstein. Winddruck kann hier Wasser ins Mauerwerk drücken. Nur was passiert mit dieser Feuchtigkeit, wenn eine Kerndämmung den Hohlraum füllt?
- Schlagregen trifft auf die Fassade
- Die Vormauerschale ist nicht vollständig wasserdicht.
- Das Mauerwerk zieht das Wasser ein (kapillares Eindringen).
- Wirkung der Kerndämmung im Hohlraum
- Durch die Einblasdämmung der Fassade ist der Hohlraum komplett verfüllt.
- Wasserabweisende Dämmstoffe sorgen für ein Abperlen des Wassers,
- d.h. das Wasser bleibt an der Oberfläche des Dämmstoffs zurück;
- es erfolgt keine Wasseraufnahme im Dämmmaterial.
- Materialien der Kerndämmung wirken somit als kapillare Barrieren.
- Wie Feuchtigkeit die Wand wieder verlässt
- Ein Teil der Feuchtigkeit läuft an der Rückseite der Vormauerschale nach unten ab; am Fußpunkt der Wand kann dieses Wasser über Fugen oder Öffnungen wieder austreten. Der verbleibende Anteil trocknet über eine Verdunstung an der Außenoberfläche der Fassade.
- Der Aufbau bleibt diffusionsoffen, d.h. ist durchlässig für Wasserdampf.
- Feuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren kann weiter nach außen wandern,
- Bei Steinwolle liegt der Diffusionswiderstand zum Beispiel bei μ \= 1;
- der Widerstand entspricht damit dem von Luft.
- Einfluss auf Oberfläche und Raumklima
- eine Einblasdämmung der Fassade stoppt die Luftzirkulation im Hohlraum
- dadurch bleibt die Innenwand wärmer
- wärmere Wandoberflächen bilden weniger Kondensat
- das senkt das Risiko für Feuchtigkeit und Schimmel an der Innenwand
- eine Einblasdämmung der Fassade stoppt die Luftzirkulation im Hohlraum
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Kann sich die Kerndämmung später absenken?
Zugelassene Dämmstoffe für eine Kerndämmung im Altbau werden technisch so geprüft, dass sich ihre Setzung im Hohlraum auf ein Minimum begrenzt. Maßgeblich ist dabei das sogenannte Setzmaß: Es beschreibt, wie stark sich ein Dämmstoff im Hohlraum eines zweischaligen Mauerwerks unter Belastung oder Erschütterung überhaupt verdichten darf.
Welches Setzmaß gilt für Materialien der Kerndämmung?
- Für zugelassene Einblasdämmstoffe werden Grenzen in bauaufsichtlichen Prüfungen festgelegt:
- im Modellhohlraum liegt die zulässige Setzung bei maximal 1 %
- unter stärkeren Erschütterungsprüfungen sind höchstens 15 % erlaubt
Welchen Unterschied macht das Verfahren der Einblasdämmung?
- Dämmstoffe werden mit Einblasmaschinen ins zweischalige Mauerwerk eingebracht
- Eine gleichmäßige Verteilung reduziert spätere Materialbewegungen im Hohlraum
- Die erforderliche Einblasdichte wird während der Verarbeitung kontrolliert
Wie kontrollieren Fachbetriebe das Setzmaß während der Ausführung?
- Einblasmaschine und Material werden vor dem Einsatz geprüft
- Materialverbrauch und Rohdichte werden dokumentiert
- Diese Kontrollen sichern eine gleichmäßige Kerndämmung im Altbau
Was passiert mit der Kerndämmung beim späteren Rückbau eines Hauses?
Im Gegensatz zu verklebten und verdübelten Fassadensystemen wie dem WDVS bleibt der Dämmstoff bei einer Kerndämmung im Altbau eine lose Schicht im zweischaligen Mauerwerk. So können Dämmstoffe leicht mit industriellen Sauggeräten aus dem Hohlraum entfernt werden.
Vorteile einer Kerndämmung
- Außenschale, Dämmstoff und Innenschale bleiben eigenständige Materialschichten
- Der Dämmstoff ist nicht mit dem Mauerwerk verbunden
- Materialien der Kerndämmung lassen sich fast rückstandslos aus der Wand lösen
Lebensdauer der Materialien
- Dämmstoffe der Kerndämmung besitzen eine Lebensdauer von etwa 40–50 Jahren
- Die Materialien bleiben chemisch stabil und verrotten nicht
- Ihre Lebensdauer entspricht damit ungefähr der Lebensdauer der Fassade selbst
Recycling der Materialien
- Mineralische Dämmstoffe wie Steinwolle können erneut eingesetzt werden
- EPS-Granulat kann recycelt werden, wenn es nicht mit Bauschutt vermischt ist
- Wichtig ist eine sortenreine Trennung der Materialien
“War ein sympathischer, ehrlicher, netter Kontakt und das hat Vertrauen geschaffen.”
Ole Gern
Google Bewertung

Muss ich die Kerndämmung meiner Versicherung melden?
Eine Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk verbessert die Energiebilanz eines Gebäudes. Gleichzeitig verändert sie den Sachwert der Immobilie und kann deshalb Auswirkungen auf Versicherung und Marktwert haben. Nach einer Einblasdämmung der Fassade sollten Eigentümer deshalb unbedingt prüfen, ob ihre Gebäudeversicherung angepasst werden muss.
- Warum Versicherungen nach einer energetischen Sanierung angepasst werden
- jede bauliche Veränderung, die Wert oder Risiko eines Gebäudes beeinflusst, muss dem Versicherer gemeldet werden
- die Versicherungssumme muss an den neuen gleitenden Neuwert angepasst werden
- so lässt sich eine mögliche Unterversicherung vermeiden
- Welche Rolle die Materialien der Kerndämmung beim Brandschutz spielen
- Dämmstoffe beeinflussen das Brandverhalten eines Gebäudes
- EPS-Granulat erhöht das Verhalten leicht
- Steinwolle besitzt einen Schmelzpunkt von über 1.000 °C
- Sie kann die Tragfähigkeit der Wand im Brandfall erhöhen
- Versicherer können Steinwolle als Risikominimierung bewerten
- Dämmstoffe beeinflussen das Brandverhalten eines Gebäudes
- Wie sich energetische Sanierung auf den Immobilienwert auswirkt
- energetisch sanierte Gebäude erzielen im Durchschnitt 10–15 % höhere Verkaufspreise
- niedrigere Nebenkosten erhöhen die Attraktivität für Mieter

Clara Dietrich
Projektleiterin Dämmung
Clara Dietrich arbeitet als Projektleiterin Dämmung bei VARM und ist die treibende Kraft hinter der Umsetzung unserer Dämm-Projekte. Mit ihrem klaren Fokus auf Qualität und Effizienz stellt sie sicher, dass alle Abläufe – von der ersten Planung bis zur Übergabe – reibungslos funktionieren. Durch ihre lange Erfahrung, ihr Gespür für Kundenanforderungen und ihre verbindliche Art als Führungskraft bleibt das Team motiviert.
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