Einblasdämmung der Fassade: Über Eignung, Material und Denkmalschutz
Wir finden die passende Lösung und führen Sie mit eigenen Handwerkern aus.

Eine Einblasdämmung der Fassade nutzt vorhandene Hohlräume im zweischaligen Mauerwerk, statt die Außenwand vollständig neu aufzubauen. Der Dämmstoff wird dabei gezielt in den bestehenden Wandaufbau eingebracht. Ohne Gerüstbau, ohne Großbaustelle. Gerade bei Klinker- oder Putzfassaden ist diese Form der Hohlraumdämmung an der Außenwand eine technische Alternative zum Wärmedämmverbundsystem. Auch wenn Optik oder Denkmalschutz eine Rolle spielen.
- Kurze Bauzeiten: Umsetzung in der Regel in 1–2 Tagen
- Förderfähig: 15 % BAFA-Zuschuss plus iSFP-Bonus
- Steuerbonus nutzbar: bis zu 20 % nach § 35c EStG
- Schnelle Amortisation: reduzierte Heizverluste ab Einbau
Was dich auf dieser Seite erwartet:
Eignet sich mein Haus für eine Einblasdämmung der Fassade?
Welche Dämmstoffe eignen sich zum Einblasen in die Fassade?
Warum werden Maueranker vor einer Hohlraumdämmung der Außenwand geprüft?
Muss ich nach einer Einblasdämmung der Fassade anders lüften?
Sieht man nach der Hohlraumdämmung der Außenwand die Bohrlöcher?
Ist eine Einblasdämmung der Fassade bei Denkmalschutz erlaubt?
Eignet sich mein Haus für eine Einblasdämmung der Fassade?
Nicht jede Wand lässt sich nachträglich dämmen. Damit eine Einblasdämmung an der Fassade technisch funktioniert, braucht der bestehende Wandaufbau einen nutzbaren Hohlraum und eine intakte Außenschale. Vor dem Einblasen prüfen Fachbetriebe deshalb gezielt das vorhandene Mauerwerk und ob sich hier Dämmstoffe in die Fassade einblasen lassen.
Technische Mindestanforderungen:
- ein durchgängiger, trockener und unverfüllter Hohlraum
- der frei von Bauschutt und Altmaterial ist
- von mindestens 4 cm Breite für handelsübliche Dämmstoffe
- von 1–3 cm Breite für Hochleistungsdämmstoffe wie Insute
- intakte Fassade
- ohne Risse sowie Feuchtigkeits- oder Setzungsschäden
- Wände mit einer Stärke von 28–36 cm oder 42–46 cm
- funktionierende Wandverankerung
- ohne starke Korrosionsschäden
- unbeschadete Drahtanker
- lose oder ausgebrochene Anker schließen eine Umsetzung aus
Unsicher, ob dein Haus geeignet ist? Das lässt sich schnell klären – mit einem kostenlosen und unverbindlichen Dämm-Check vor Ort. Eine kurze Probebohrung und ein Blick per Endoskop zeigen, ob die Voraussetzungen für eine Hohlraumdämmung der Außenwand erfüllt sind.
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Welche Dämmstoffe eignen sich zum Einblasen in die Fassade?
Für eine Kerndämmung des Mauerwerks kommen nur setzungssichere Dämmstoffe infrage, die den Hohlraum vollständig ausfüllen. Darunter zählen die nachfolgenden Materialien.
EPS-Granulat
- Kosten: 25–45 € / m²
- Wärmeleitfähigkeit: WLS 033
- Brandverhalten: schwer entflammbar (Baustoffklasse B1)
- Verhalten bei Feuchtigkeit: wasserabweisend, nimmt kein flüssiges Wasser auf
- Setzmaß: darf sich nach dem Einblasen nicht absenken (bauaufsichtlich geregelt)
Glaswolle-Flocken
- Kosten: 28–48 € / m²
- Wärmeleitfähigkeit: WLS 034–040
- Brandverhalten: nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
- Verhalten bei Feuchtigkeit: wasserabweisend (hydrophobiert)
- Setzmaß: Setzklasse S1 (\< 1 %), bleibt dauerhaft formstabil im Hohlraum
Steinwolle-Flocken
- Kosten: 30–55 € / m²
- Wärmeleitfähigkeit: WLS 035–040
- Brandverhalten: nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
- Verhalten bei Feuchtigkeit: wasserabweisend, mineralisch
- Setzmaß: bleibt bei fachgerechter Verdichtung dauerhaft stabil
Perlite
- Kosten: 45–70 € / m²
- Wärmeleitfähigkeit: WLS 045–050
- Brandverhalten: nicht brennbar (Baustoffklasse A1)
- Verhalten bei Feuchtigkeit: wasserabweisend, mineralisch und diffusionsoffen
- Setzmaß: rieselfähig, bei fachgerechter Verdichtung dauerhaft hohlraumfüllend
Insute
- Kosten: 100–120 € / m²
- Wärmeleitfähigkeit: WLS 028
- Brandverhalten: normal entflammbar (Baustoffklasse B2)
- Verhalten bei Feuchtigkeit: wasserabweisend, diffusionsoffen
- Setzmaß: rieselfähig, bei fachgerechter Verdichtung dauerhaft hohlraumfüllend
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Warum werden Maueranker vor einer Hohlraumdämmung der Außenwand geprüft?
Ob eine Kerndämmung im Mauerwerk möglich ist, hängt u.a. von Mauerankern ab. Das hat folgende Gründe:
- Standsicherheit der Außenschale
- Maueranker verbinden Außen- und Innenschale im zweischaligen Mauerwerk; sie sorgen dafür, dass die Fassade auch bei Sturm und extremen Wetterbedingungen dauerhaft stabil bleibt. Sind sie beschädigt, kann eine Einblasdämmung der Fassade nicht fachgerecht umgesetzt werden.
- Korrosion im Bestand erkennen
- Besonders in älteren Gebäuden wurden oft verzinkte Stahlanker verwendet. Diese können im Laufe der Zeit durch Feuchtigkeit korrodieren. Bei einer Hohlraumdämmung der Außenwand wird deshalb geprüft, ob Nachrüstungen nötig sind.
- Schutz vor Wärmebrücken und Folgeschäden
- Beschädigte oder falsch sitzende Anker können Wärmeverluste verursachen oder die Dämmung beeinträchtigen. Das wirkt sich direkt auf die Wirkung einer Einblasdämmung der Fassade aus.
- Normgerechte Ausführung sicherstellen
- Anzahl, Einbindung und Zustand der Anker werden geprüft. Werden Mängel festgestellt, können Sanierungsanker eingesetzt werden, bevor die Kerndämmung des Mauerwerks beginnt.
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Muss ich nach einer Einblasdämmung der Fassade anders lüften?
Wird bei einer Einblasdämmung der Fassade der Hohlraum im Mauerwerk gefüllt, entweicht weniger Luft unbemerkt durch Fugen nach draußen. Das spart Energie – und Heizkosten. Gleichzeitig bleibt Restfeuchtigkeit im Haus, was wiederum das Schimmelrisiko drastisch erhöht.
Für Bewohner heißt das:
- Bewusst lüften
- Mehrfach täglich stoßlüften, um Feuchtigkeit gezielt abzuführen
- Kurz und intensiv statt dauerhaft gekippter Fenster
- Feuchtigkeit im Blick behalten
- Kochen, Duschen und Wäschetrocknen erhöhen die Luftfeuchtigkeit
- Es empfiehlt sich besonders nach dem Duschen oder Kochen zu lüften
- Raumklima beobachten
- Anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit kann zu Schäden führen
- Bei umfangreicher Modernisierung kann ein Lüftungskonzept erforderlich sein
- zum Beispiel dann, wenn mehr als ein Drittel der Fenster erneuert wird oder die Gebäudehülle insgesamt deutlich dichter wird.
- Technische Lösungen prüfen
- Fensterfalzlüfter oder dezentrale Lüftungsgeräte unterstützen Luftwechsel
- können helfen, den notwendigen Mindestluftwechsel unabhängig vom Nutzerverhalten sicherzustellen
- Fensterfalzlüfter oder dezentrale Lüftungsgeräte unterstützen Luftwechsel
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Ole Gern
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Sieht man nach der Hohlraumdämmung der Außenwand die Bohrlöcher?
Nach dem Einblasen der Dämmstoffe in die Fassade werden die Bohrlöcher entsprechend verschlossen. Bei Klinkerfassaden erfolgt das mit Fugenmörtel, der in unterschiedlichen Farbtönen erhältlich ist.
Vorsicht: Deutliche Farbabweichungen können das Fugenraster sichtbar betonen und zu einer “scheckigen” oder unruhigen Wirkung führen, der sogenannten “Schachbrett-Optik”. Um das zu vermeiden, lassen sich einige wichtige Punkte beachten:
- Farbton entscheidend
- Ein klarer Kontrast hebt einzelne Fugen deutlich hervor.
- Mörtelmischung relevant
- Zementäre Fugen können je nach Zusammensetzung unterschiedlich wirken.
- Trocknung beeinflusst das Ergebnis
- Langsames Trocknen kann dunkler erscheinen, schnelles heller.
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Ist eine Einblasdämmung der Fassade bei Denkmalschutz erlaubt?
Bei denkmalgeschützten Klinkerhäusern darf die Fassade nicht verändert werden. Eine Außendämmung mit aufgeklebten Platten – wie beim Wärmedämmverbundsystem – kommt dann oft nicht infrage, weil sie das Erscheinungsbild dauerhaft verändert. Gerade bei prägendem Sichtmauerwerk kann eine solche äußere Überdämmung untersagt werden.
Eine Kerndämmung im Mauerwerk nutzt dagegen den Hohlraum in der Wand. Von außen bleibt damit alles genauso, wie es ist. In amtlichen Leitfäden wird die Hohlraumdämmung der Außenwand als genehmigungsfähig beschrieben.
- Fassade bleibt unangetastet
- Klinker und Fugenbild bleiben sichtbar
- Amtliche Vorgaben beachten
- Eine äußere Dämmung am prägenden Sichtmauerwerk kann untersagt sein
- Über eine Genehmigung entscheidet hier die zuständige Denkmalbehörde
- Rückbau grundsätzlich möglich
- Einblasdämmstoffe können in vielen Fällen wieder entfernt werden
- kann bei denkmalpflegerischen Anforderungen eine Rolle spielen
- Einblasdämmstoffe können in vielen Fällen wieder entfernt werden

Clara Dietrich
Projektleiterin Dämmung
Clara Dietrich arbeitet als Projektleiterin Dämmung bei VARM und ist die treibende Kraft hinter der Umsetzung unserer Dämm-Projekte. Mit ihrem klaren Fokus auf Qualität und Effizienz stellt sie sicher, dass alle Abläufe – von der ersten Planung bis zur Übergabe – reibungslos funktionieren. Durch ihre lange Erfahrung, ihr Gespür für Kundenanforderungen und ihre verbindliche Art als Führungskraft bleibt das Team motiviert.
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